Akne vs Unreinheiten vs Irritation

Skin

Akne vs. Unreinheiten vs. Irritation – erkenne den Unterschied

9 min Lesezeit

„Nicht jeder Pickel ist Akne."

Ein Pickel taucht auf – und sofort greift man zu Anti-Akne-Produkten. Austrocknende Toner, Säuren, Spot Treatments, Masken.

Doch genau hier beginnt das Problem. Denn: Nicht jede Hautunreinheit ist Akne. Und nicht jedes Hautproblem braucht aggressive Wirkstoffe.

Wer falsch behandelt, verschlimmert oft genau das, was eigentlich verschwinden soll.

Warum die richtige Einordnung alles entscheidet

In der Praxis sehe ich es ständig: Haut wird „wie Akne" behandelt – obwohl sie keine Akne hat.

Das führt zu:

  • noch mehr Entzündungen
  • geschwächter Hautbarriere
  • langfristiger Hautirritation

Bevor du behandelst, musst du verstehen, was deine Haut dir zeigt.

1. Unreinheiten – die häufigste Form

Woran du Unreinheiten erkennst

  • Vereinzelte Pickel oder Mitesser
  • Treten zyklusbedingt oder bei Stress auf
  • Meist oberflächlich
  • Heilen relativ schnell ab

Typisch z. B.: vor der Periode, bei Schlafmangel, nach Reisen oder Ernährungsumstellungen

Das ist keine Hauterkrankung – sondern eine Reaktion.

Erste Hilfe bei Unreinheiten

Sinnvolle Produktarten:

  • Sanfter Cleanser
  • Leichte Feuchtigkeitspflege
  • Optional: mildes BHA 1–2× pro Woche

Was du weglassen solltest:

  • Tägliche Peelings
  • Alkoholhaltige Toner
  • Mehrere Anti-Pickel-Produkte gleichzeitig

Ziel: Regulieren, nicht austrocknen.

2. Akne – mehr als nur Pickel

Woran du Akne erkennst

  • Viele Entzündungen gleichzeitig
  • Wiederkehrend, oft an gleichen Stellen
  • Tiefer sitzend, schmerzhaft
  • Abheilung dauert lange
  • Kann Narben hinterlassen

Akne ist keine Frage von Hygiene und auch kein Zeichen, dass du „etwas falsch machst".

Akne ist eine entzündliche Hauterkrankung.

Erste Hilfe bei Akne

Sinnvolle Produktarten:

  • Sehr milder Cleanser (Barriere-schonend)
  • Entzündungshemmende Pflege
  • Gezielter Wirkstoff (z. B. BHA oder Retinoid)

Was du weglassen solltest:

  • Aggressives Austrocknen
  • Mehrere Wirkstoffe auf einmal
  • Ständiges Produktwechseln
  • Mechanische Scrubs

Ziel: Entzündungen kontrollieren, Barriere schützen.

3. Irritation – oft fälschlich für Akne gehalten

Woran du Irritation erkennst

  • Brennen, Kribbeln, Hitzegefühl
  • Rötungen
  • Viele kleine Pusteln oder raue Textur
  • Haut reagiert plötzlich auf „alles"

Das Tückische: Irritation sieht oft wie Akne aus, ist aber das Gegenteil. Sie entsteht meist durch Überpflege.

Typische Auslöser

  • Zu viele Säuren
  • Retinol ohne Aufbau
  • Zu häufiges Reinigen
  • Duftstoffe & Alkohol
  • Kombination zu vieler Produkte

Erste Hilfe bei Irritation

Sinnvolle Produktarten:

  • Extrem milder Cleanser oder nur Wasser
  • Barrier-reparierende Creme
  • Beruhigende Inhaltsstoffe (z. B. Panthenol)

Was du sofort weglassen solltest:

  • Säuren & Peelings
  • Retinol
  • Vitamin C
  • Masken & Spot Treatments

Ziel: Beruhigen, schützen, nichts erzwingen.

Die häufigsten Fehler – unabhängig vom Hautproblem

Diese Fehler sehe ich bei allen drei Kategorien:

  • Zu starkes Austrocknen
  • „Anti-Akne auf Verdacht"
  • Zu viele Produkte gleichzeitig
  • Ungeduld
  • Jeden Pickel bekämpfen

Hautprobleme lassen sich nicht überreden – nur begleiten.

Warum deine Haut Zeit braucht

Haut reagiert verzögert. Was du heute siehst, ist oft die Reaktion auf Pflege von vor 1–2 Wochen.

Ständiges Eingreifen = ständiger Stress.

Klarheit bringt Beobachtung, nicht Aktionismus.

Das wichtigste Fazit

Nicht jeder Pickel braucht Kampf. Manche brauchen Ruhe. Andere Struktur. Und manche professionelle Begleitung.

Je besser du den Unterschied kennst, desto weniger Schaden richtest du ungewollt an.

„Die Haut heilt nicht schneller, wenn man sie härter behandelt – sondern wenn man sie richtig versteht."