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Hair · 10 min Lesezeit

Haarausfall: normal, hormonell oder Pflegefehler?

„Haare im Abfluss ≠ sofort Panik – aber auch nicht ignorieren."

Du wäschst deine Haare – und plötzlich liegt da mehr als sonst. In der Bürste. Im Abfluss. Auf dem Boden.

Der erste Impuls ist oft Panik. Der zweite: sofort ein neues Serum, ein Peeling, ein Shampoo.

Doch bevor du handelst, ist eines entscheidend: Nicht jeder Haarausfall ist gleich. Nur wenn du verstehst, woher er kommt, kannst du richtig reagieren.

Wie viel Haarausfall ist eigentlich normal?

Haare haben einen natürlichen Lebenszyklus: Wachstumsphase, Übergangsphase, Ruhephase, Ausfall. Täglich fallen Haare aus, damit neue nachwachsen können.

Normaler Haarausfall

  • • Etwa 50–100 Haare pro Tag
  • • Oft saisonal (Frühjahr, Herbst)
  • • Verstärkt durch Stress, Infekte, Schlafmangel
  • • Gleichmäßig verteilt

Das ist kein Problem – sondern Biologie.

1. Normaler Haarausfall – wann du ruhig bleiben kannst

Typische Merkmale

  • • Kurzzeitig (Wochen, nicht Monate)
  • • Keine sichtbaren Lücken
  • • Haare kommen gleichmäßig zurück

Oft tritt er auf: nach stressigen Phasen, nach Krankheiten, bei Jahreszeitenwechsel.

Hier hilft vor allem: Geduld.

Haarausfall Arten

2. Hormoneller Haarausfall – wenn sich das Haarbild verändert

Woran du ihn erkennst

  • • Diffuser Haarausfall über den gesamten Kopf
  • • Der Scheitel wirkt breiter oder lichtet sich
  • • Haare wirken insgesamt feiner
  • • Kaum Haarbruch in den Längen

Häufige Auslöser: Hormonelle Umstellungen, Absetzen oder Wechsel hormoneller Verhütung, Schilddrüsenprobleme, postpartale Phase, Perimenopause.

Pflege allein kann hier unterstützen, aber nicht die Ursache lösen.

3. Pflegebedingter Haarausfall – eigentlich Haarbruch

Das wird sehr oft verwechselt.

Woran du Pflegefehler erkennst

  • • Viele kurze Haare in Bürste oder Dusche
  • • Längen wirken dünner, Spitzen fransig
  • • Ansatz bleibt dicht
  • • Haare fühlen sich trocken & spröde an

Das ist kein echter Haarausfall, sondern mechanischer oder chemischer Schaden.

Typische Ursachen: Hitze ohne Schutz, zu starkes Bürsten im nassen Zustand, Blondierungen & chemische Behandlungen, zu straffe Frisuren.

Was viele bei Haarausfall falsch machen

Sofort Seren wechseln

Ständiger Produktwechsel = Stress für die Kopfhaut. Seren brauchen Monate, nicht Tage.

Aggressive Kopfhaut-Peelings

Zu häufig oder zu stark: reizen die Kopfhaut, stören die Schutzbarriere, können Haarausfall verstärken.

Zu straffe Frisuren

Hohe Zöpfe, enge Dutts, dauerhafte Spannung → ziehen am Haaransatz → fördern Haarbruch & Ausfall.

Die richtigen ersten Schritte – egal welche Ursache

1. Kopfhaut beruhigen

Milde Shampoos, weniger Duftstoffe, keine aggressiven Treatments. Eine ruhige Kopfhaut ist die Basis für gesundes Haarwachstum.

2. Sanfte Massage

1–2 Minuten täglich, mit den Fingerspitzen, nicht mit Druck. Fördert Durchblutung, ohne zu reizen.

3. Geduld – Haarzyklen brauchen Zeit

Das ist der wichtigste Punkt. Haare wachsen langsam, Veränderungen zeigen sich erst nach 2–4 Monaten. Zu frühes Eingreifen verzerrt das Bild.

Kontinuität schlägt Aktionismus.

Wann du genauer hinschauen solltest

Wenn Haarausfall:

  • • länger als 3–4 Monate anhält
  • • sichtbar dünneres Haar entsteht
  • • der Scheitel deutlich breiter wird
  • • zusätzlich Symptome auftreten (Müdigkeit, Zyklusstörungen)

Dann gehört das Thema abgeklärt.

Das wichtigste Fazit

Haarausfall ist nicht automatisch ein Notfall. Aber auch kein Thema, das man wegignorieren sollte.

Je besser du den Unterschied kennst zwischen normal, hormonell und pflegebedingt – desto gezielter kannst du reagieren – ohne deiner Kopfhaut zusätzlichen Stress zu machen.

Merksatz: Nicht jede Haarsträhne braucht Panik – manche brauchen einfach Zeit.